Geschichte der „K.G. Frohe Narren 1948 e.V.“

 

Wie man unserem Namen entnehmen kann, sind wir nun 60 Jahre alt. Karneval gab es auch vor dem Krieg in unserer Stadt. Leider existieren aus diesen Jahren kaum noch Dokumente, vielmehr beruht das heutige Wissen um diese Zeit auf Erzählungen älterer Mitbürger, doch erst wollen wir noch auf andere Dinge eingehen.

1948 in Altenessen, Nachkriegszeit: Die sogenannte „Schlechte Zeit“: Hunger, Kälte, Mangelerkrankungen, Trümmerlandschaften überall, die Stadt war nicht mehr wieder zu erkennen.

 

als der Schwarzmarkt blühte,

als ein Hungermarsch zum Glückauf-Haus und ein 5-stündiger Generalstreik aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Versorgung stattfanden,

als die Butter 340 RM kostete,

als die englische Zigarette als beste Nebenwährung galt, sie kostete 6 bis 7 RM

als es noch die Reichskarten für Lebensmittel gab.

Währungsreform! Am 20.6.1948 wird die DM eingeführt, der Schwarzmarkt geschlossen - vorbei sind die Hamsterfahrten aufs Land. Jeder Deutsche erhält 40 DM zum Start. Bei der Währungsumstellung werden Sparguthaben auf 10% der ursprünglichen Summe abgewertet.

Die Zwangsbewirtschaftung, ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg, wurde aufgehoben Industrie und Einzelhandel hatten sich gut vorbereitet: Die Läden waren auf einmal voll. "Kühe geben plötzlich wieder Milch. Kartoffeln wachsen wieder." Von einem Tag auf den anderen füllen sich die Schaufenster der Geschäfte wieder mit Waren. Während die langvermissten Konsumgüter endlich in den Regalen aufgebaut werden, stehen die Menschen davor und schimpfen auf die hohen Preise, die Warenhortung und auf die Schieber und ihre krummen Geschäfte.

"Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Pinkepinke, wer hat soviel Geld?", ist ein bekanntes Lied aus dem Karneval.

Trotz Hunger und Wohnungsnot regt sich in den Besatzungszonen erstaunlich rasch nach dem Krieg ein bescheidenes kulturelles Leben unter der Kontrolle der Besatzungsmächte.

Rot-Weiß Essen gelang im zweiten Anlauf die Qualifikation zur Oberliga West. In der höchsten Liga konnte sich RWE sofort in Szene setzen: Bereits 1949 und 1950 qualifizierte sich der Verein für die Endrunden zur Deutschen Meisterschaft.

Es ist die Rede von 1948, der Zeit nach der Währungsreform, als in Altenessen Gedanken laut wurden, die Tradition des Karnevals auf eine neue Art zu beleben. Die Bevölkerung fieberte den Feierlichkeiten, auf die sie so lange hatten verzichten müssen, entgegen. Es herrschte Aufbruchstimmung und Nachholbedarf.

Im November 1948 war es dann soweit. In der Gaststätte Riethmüller am Altenessener Schweinemarkt trafen sich Mitglieder der „Siedlergemeinschaft Spitzbubenbüschchen“. Es wurde der Grundstein  zur Vereinsgründung gelegt. Die Essener Stadtfarben blau/gelb wurden als Vereinsfarben gewählt und in Anlehnung an den Gründungsort wurde der Schweinekopf in das Vereinslogo eingebunden.

In den beginnenden Tagen fand eine erste Versammlung statt. Ein vorläufiger Vorstand sollte eine den demokratischen Anforderungen gerecht werdende neue Satzung erarbeiten. Auf der ersten Versammlung wurde Bernd Hermes der erste Präsident der KG Frohe Narren 1948 e.V. Es folgte die Eröffnungssitzung in der Gaststätte Riethmüller.

1957 fand nach 18 Jahren der erste Essener Karnevalszug nach dem Krieg statt.

Im gleichen Jahr starteten wir die Session mit dem Hoppeditzerwachen, weiter ging es mit Karneval–Veranstaltungen in Gaststätten rund um den Altenessener Bahnhof.

Ein Höhepunkt war unser jährlich veranstaltetes Schweinekarrenrennen auf dem Altenessener Schweinemarkt. Schon bald wurde eine Showtanzgruppe gegründet, die 1970 bei den Westdeutschen Meisterschaften einen dritten Platz erreichte.

Bis Anfang der siebziger Jahre, richteten die Frohen Narren  am Tulpensonntag in Altenessen einen Karnevalszug aus. Seit Wiedereinführung des Rosenmontagszuges in der Stadtmitte, nahmen wir regelmäßig mit einem Motiv – und Gesellschaftswagen teil. In den Jahren 1982,1995 und 1996 bekamen wir für unseren Motivwagen den ersten Preis.

Auch das soziale Engagement, kam und kommt nicht zu kurz.

Schon früh führten wir Karnevalssitzungen in Altenheimen durch. Von 1963 bis 1978 veranstalteten Fußballturniere, deren Erlös der Aktion–Sorgenkind und der Traugott–Weise–Schule in Essen- Borbeck zu Gute kamen.

 

2003 stellten wir mit Klaus I. und Kirsten I. das Essener Stadtprinzenpaar.

2008 stellten wir das Essener Stadtprinzenpaar Hans-Jürgen I. und Rosemarie I. sowie den Kinderprinzen der Stadt Essen Conny I.